Die Organisation der Pflegeversicherung

20. Mai 2014 | Von | Kategorie: Informationen, News, Pflege Allgemein, Pflege News
Die fünfte Säule der gesetzlichen Sozialversicherung ist die Pflegeversicherung, diese hat eine große Versorgungslücke für rund 80 Millionen Menschen geschlossen. Der Großteil der Pflegeversicherung ist über die gesetzliche Pflegeversicherung abgesichert. Die wenigsten Menschen machen sich um dieses Thema Gedanken, es wäre in jedem Fall gut, die Fakten zu kennen. Weitere Informationen zum Thema gesetzliche Pflegeversicherung finden sie hier.

Die Organisation der Pflegeversicherung

Die Hauptträger der Pflegeversicherung sind die Pflegekassen, diese befinden sich unter dem Dach der jeweiligen Krankenkasse. In einfachen Worten bedeutet das, dass nahezu jede Krankenkasse eine angeschlossene Pflegeversicherung inne hat.

Wer gilt als pflegebedürftig?

Jede versicherte natürliche Person, die aufgrund einer geistigen, seelischen oder körperlichen Erkrankung / Behinderung für mindestens sechs Monate nicht in der Lage ist, die täglichen Aufgaben des Lebens allein und ohne fremde Hilfe zu verrichten. Um Pflegeleistungen in Anspruch nehmen zu können, ist es jedoch erforderlich zunächst einen Antrag auf Pflegeleistungen zustellen, desweiteren muss eine fest definierte Vorversicherungszeit nachgewiesen werden. Hierzulande ist die Pflegeversicherung eine Pflichtversicherung, d. h. dass jeder, der einer gesetzliche Krankenversicherung anhängig ist, auch automatisch einer Pflegeversicherung angehört. Für privat versicherte Personen gilt jedoch, dass eine separate Pflegeversicherung abgeschlossen werden muss.

Wie finanziert sich die gesetzliche Pflegeversicherung?

Die gesetzliche Pflegeversicherung wird vom Gesetzgeber unter der Rubrik Einheitsversicherung angesehen, sodass einheitliche Leistungen keine Unterschiede im Beitragssatz ausmachen. Sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer zahlt den gleichen Anteil des Beitrags. Dieser finanziert sich automatisch durch die Lohn- und Gehaltsabrechnung des Arbeitnehmers, derzeit werden 2,05 Prozent einbehalten. Sowohl beim Arbeitnehmer als auch beim Arbeitgeber fällt ein Anteil von 1,025 Prozent an. Als einzige Ausnahme zu dieser Regelung gilt das Bundesland Sachsen, da hier nicht zur Finanzierung der Versicherung ein gesetzlicher Feiertag durch die Landesregierung abgeschafft wurde. Die Arbeitnehmer zahlen daher einen erhöhten Anteil vom 1,525 Prozent, während auf die Arbeitgeber nur ein Anteil von 0,525 Prozent anfällt. Es gibt bei der Pflegeversicherung, ähnlich wie bei der Krankenversicherung auch ein Oberlimit für die Beitragserhebung. Als Ausgangspunkt hierfür gelten die monatlichen Bezüge des Arbeitnehmers. Arbeitnehmer die eine bestimmte Lohnuntergrenze unterschreiten, werden automatisch in der gesetzlichen Pflegeversicherung pflichtversichert.

Rentner und Studenten

Rentner, die bereits in den Ruhestand eingetreten sind, bezahlen den Beitrag zur Pflegeversicherung eigenständig und allein. Als Berechnungsgrundlage für die Höhe der Beiträge wird die monatliche gesetzliche Rente plus die zusätzlichen Einkünfte des Rentners angesetzt. Studenten sind ebenfalls pflichtversichert in der gesetzlichen Pflegeversicherung. Derzeitig wird der monatliche Beitrag mit 12,24 Euro bzw. 13,73 Euro für Studenten ohne Kinder, die ein Mindestlebensalter von 23 Jahren erreicht haben. Studenten bekommen den Betrag der Pflegeversicherung durch die Kasse per Rechnung mitgeteilt und müssen diesen bezahlen. Im Falle einer Erwerbslosigkeit übernimmt die Arbeitsagentur den Beitrag im vollen Umfang, vorausgesetzt der Arbeitssuchende hat sich bei der Arge registriert.

Da das Risiko eine Pflegebedürftigkeit in der heutigen Zeit als stark erhöht angesehen wird ist die gesetzliche Pflegeversicherung eine sinnvolle Institution, sodass die Pflicht zur Versicherung durchaus nachvollzogen werden kann.

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