Welche Aufgabe hat der Bestatter in der Altenpflege?

4. Januar 2012 | Von | Kategorie: Informationen, Pflege Allgemein

Bestatter (oder auch Beeerdigungs-, Bestattungsunternehmen) werden von Angehörigen nach einem Todesfall häufig beauftragt, um die Versorgung eines Verstorbenen zu übernehmen (dazu gehören evtl. Bergung, Einkleiden, Einbetten in einen Sarg usw.) und/oder auch Behördengänge und administrativen Vorgänge nach dem Sterben eines Menschen. Das Bestattungswesen in Deutschland ist u. a. durch das Bestattungsgesetz (BestG) geregelt. Das Bestattungsgesetz ist Länderangelegenheit, dementsprechend haben die Bundesländer z.T. eigene Gesetze erstellt.

Aufgaben

Wenn ein Mensch verstirbt, stehen für die Hinterbliebenen viele Aufgaben neben der eigenen Trauer an. Es gilt u.a. die Beerdigung zu organisieren oder Behördengänge zu unternehmen. Hier kann der Bestatter den Hinterbliebenen viele unbekannte Arbeiten abnehmen und ihnen somit Zeit und Raum für die Trauer ermöglichen.

Ein Bestatter wird von den Hinterbliebenen beauftragt. Prinzipiell übernimmt dieser dann zunächst eine beratende und unterstützende Funktion. Die Hinterbliebenen entscheiden jeweils, welche Aufgaben übernommen werden sollen und welche nicht. Die Hinterbliebenen können jedoch den Bestatter soweit beauftragen, dass sie sich im Prinzip nicht um den Ablauf der Trauerfeier kümmern müssen, sondern sich völlig auf die eigene Trauer konzentrieren können. Das Bestattungsunternehmen kümmert sich um die kompletten Aufgaben, die mit der Durchführung der Bestattung usw. zusammenhängen.

Aufgabenbereiche

Die folgenden Angaben sind alles mögliche Aufgaben, die ein Bestatter übernehmen kann.

  • Mitteilung an das zuständige Standesamt
  • Meldung des Todesfalles an mögliche Versicherungen, Ärzte,
  • Erstellung und Produktion von Druckartikeln wie Trauerkarten oder Anzeigen in Zeitungen
  • Organisation der Trauerfeier/Beerdigung (Trauerredner, Ort, Blumen, Kränze, Musik etc.)
  • Kosmetische Versorgung und Einkleiden des Verstobenen
  • Auswahl des Sarges
  • Organisation einer möglichen Aufbahrung

Bedeutung für die Pflege

Verstirbt ein Mensch in einer stationären Pflegeeinrichtung oder ein Betreuter in der ambulante Pflege, ist zunächst zu beachten, dass die Hinterbliebenen die freie Wahl eines Bestatters haben. Wir als Pflegekräfte düfen den Hinterbliebenen nicht zu einem bestimmten Bestatter drängen. Unsere Aufgabe ist es, den Bestatter auf Wunsch der Hinterbliebenen zu benachrichtigen und diesen dann soweit nötig und möglich zu informieren oder zu unterstützen.

Oftmals fragen die Hinterbliebenen, ob wir einen Bestatter empfehlen können. Nach einiger Zeit in der Pflege und nach einigen Kontakten mit Bestattern kennt man vielleicht ein Bestattungsunternehmen, zu dem besonders viel Vertrauen besteht oder dessen Arbeit man besonders schätzt. Den Hinterblieben jedoch auf dieser Grundlage hin einen Bestatter zu empfehlen ist schwer und kann Probleme nach sich ziehen. Sind die Hinterbliebenen z.B. nicht mit dessen Arbeit zufrieden, kann dies vielleicht auf die eigene Person oder die Einrichtung projiziert werden. Am besten hat man ein paar Telefonnummern von Bestattern in der näheren Umgebung parat und übergibt diese dann den Hinterbliebenen.

Die Hinterbliebenen können auch wünschen, dass die Versorgung des verstorbenen Menschen (des Leichnams) vom Bestatter durchgeführt wird, und nicht durch das Pflegepersonal. Einem solchen Wunsch ist natürlich Folge zu leisten.

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2 Kommentare auf "Welche Aufgabe hat der Bestatter in der Altenpflege?"

  1. Michel sagt:

    Hallo Gregor

    Vielen Dank für deinen netten und ausführlichen Kommentar! Ich werde deine Anregungen aufnehmen und meinen Artikel in der nächsten Zeit mit deinen Anmergungen erweitern.

  2. Gregor sagt:

    Interessanter Artikel. Als ehemaliger Bestatter finde ich, dass die Überschrift nicht ganz zum Artikel passt. Lediglich im letzen Block nehmen Sie Bezug auf die Arbeit eines Bestatters in der Altenpflege. Um dies vielleicht sinnvoll zu ergänzen – auch hier ist es von Region zu Region unterschiedlich. Es gibt Bestatter, die sogar beim Einkleiden helfen, die Erstversorgung noch in der Einrichtung übernehmen usw.
    Die Empfehlung eines Bestattnugsunternehmens hängt selbstverständlich von der Erfahrung die man gemacht hat und dem Vertrauen in die Arbeit dieses Unternehmens ab.
    Am besten finde ich, wenn man eine Liste mit allen Bestattern zur Hand hat. Wenn dann mehrere draufstehen, kann man immer noch erwähnen, dass „A“, „B“ oder „C“ häufiger in der Einrichtung sind bzw, das man mit diesen Unternehmen gute Erfahrungen gemacht hat. Das sich dies, sollten die Angehörigen nicht „zufrieden“ sein, auf die Pflegeeinrichtung auswirken könnte, glaube ich eher weniger – eher auf den Tippgeber selbst – und der arbeitet nicht selten u.U. schon längst in einer anderen Einrichtung….

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