Pflegebedürftigkeit und Pflegestufen

24. Februar 2012 | Von | Kategorie: Informationen, News, Pflege Allgemein

Pflegebedürftigkeit und Pflegestufen

Die Lebenserwartung der Menschen in Deutschland steigt stetig an. Mit dieser erfreulichen Entwicklung gehen aber auch Probleme einher. Die Zahl der Menschen die Betreuung im Alter benötigen wird immer größer. Die Betreuung und Pflege durch die eigene Familie, wie es früher üblich war als die Großfamilie mit mehreren Generationen unter einem Dach lebte, ist heute nicht mehr üblich und für die meisten Familien aufgrund der beruflichen Belastungen nicht mehr zu leisten. Als Alternative bleibt dann oft nur die Unterbringung in einem Senioren- oder Pflegeheim. Die Altersheim Kosten übersteigen aber meist bei weitem das was ein durchschnittlicher Senior aus seiner Rente bestreiten kann. Gehen die Senioren nicht nur aus Altersgründen ins Heim, sondern benötigen Sie auch Pflege, wird es noch deutlich teurer. In der höchsten Pflegestufe kostet ein Heimplatz durchschnittlich 3400 Euro. Es wird deutlich dass eine Vorsorge Alter getroffen werden muss. Reicht das Einkommen oder das Vermögen der pflegebedürftigen Person nicht für die Heimkosten aus, müssen die Kinder den Differenzbetrag übernehmen. Benötigt der Angehörige Pflege, stellt der medizinische Dienst zuerst einmal fest welche Pflegestufe benötigt wird. Für die Gewährung der Pflegestufe 1 muss ein Pflegebedarf von mindestens durchschnittlich 90 Minuten am Tag (neben anderen Kriterien) gegeben sein. Bei der Pflegestufe 2 sind es mindestens drei Stunden täglich, wobei davon mindestens zwei Stunden für die Grundpflege aufgewendet werden müssen. Für Pflegestufe 3 gelten folgende Kriterien, welche erfüllt sein müssen: Fünf Stunden Hilfebedarf am Tag, davon vier für die Grundpflege und zusätzlich muss ein Hilfsbedarf rund um die Uhr bestehen. Abhängig von der gewährten Pflegestufe gibt es Leistungen aus der Pflegekasse. Leider reichen diese meist nicht aus um alle Kosten zu decken.

2 Kommentare auf "Pflegebedürftigkeit und Pflegestufen"

  1. Xaver-W sagt:

    Hallo,
    Ich möchte zu dem Thema etwas empfehlen.
    Wer, wie ich, genügend Jahrzehnte auf dem Erdenball verbracht hat, der weiß, daß Schicksalsschläge erstens nicht gerecht verteilt sind und zweitens sich immer dann häufen, wenn man sowieso mit allerlei Gfrett konfrontiert wird.
    So war das auch bei uns, meiner Frau und mir. Ich sollte erklären.
    Meine Frau hatte vor drei Jahren einen schweren Schlaganfall (sie blieb halbseitig gelähmt). Ich bin bereits in Rente, wirklich nicht reich, aber es ging immerhin so, dass wir mit Hilfe unseres Sohns die Pflege zu Hause eine Zeit lang allein bewerkstelligen konnten. Leider wurde es immer schwerer, gerade für mich, auch weil sich zur Lähmung auch noch eine leichte Demenz gesellte. Ich musste also einsehen, daß ich professionelle Hilfe brauchte, ich wußte nur eins. Sie soll zu Hause bei mir bleiben, und nicht in ein Heim. Eine Pflegerin zu finden, war nun das eine. Diese auch bezahlen zu können das andere. Dazu möchte ich anmerken, daß ich 48 Jahre gearbeitet habe, eine Zeit lang (Handwerker) sogar selbstständig war. Leider ist es geschäftlich, gerade zu Letzt, nicht immer perfekt gelaufen, deshalb kann ich nicht auf große Reichtümer zurückgreifen. Und mein Sohn auch nicht, da er mit in unserer Firma war. Ich brauche niemanden zu sagen, wie die Berufssituation heutigentags ist, gerade wenn man etwas ländlich lebt. Jetzt arbeitet er mal hier mal da, aber immer nur auf Zeitvertrag und mit einer Bezahlung, wie vor 20 Jahren.
    Wir drehten also jeden Pfennig hin, und her, und mußten uns eingestehen, daß wir Hilfe brauchen. Das ist mir sicher nicht leichtgefallen. Der Gang zum Sozialamt, das war eine furchtbare Erfahrung für mich. Nie bin ich ein Bittsteller gewesen, aber es ging eben nicht anders und war doch für die Frau die ich liebe.
    Dort war man nur bedingt freundlich, was ich vielleicht noch verstehen kann. Immerhin haben die Mitarbeiter da sicher jeden Tag mit Schnorrern und Arbeitsverweigerern zu tun. Aber in unserem Fall war es doch wirklich etwas anderes! Nun, trotzdem verweigerte sich das Amt und wollte nicht dabei helfen, die Pflege zu bezahlen. Ersparnisse, die mein Sohn in seine eigene Altersvorsorge langfristig gesteckt hatte, sollten wir aufbrauchen. Das wollten wir nicht nur nicht, sondern wir fanden es auch ungerecht, weil es doch für ihn selbst war. Also sprachen wir mit unserem Priester, der hier diese kleine Senioren-Siedlung betreut. Der gab uns eine gute Empfehlung. Er sagte, es gibt einen Verein mit Namen Viva Vita der bei der Vermittlung von Anwälten auch hilft. Erst wusste ich nicht, was uns das bringen soll. Aber dann schaute unser Sohn mit mir zusammen im Internet nach und wir erfuhren mehr. Also wurde ich kurzerhand Mitglied in diesem Verein und erkundigte mich gleich nach Hilfe, um einen richtigen guten Anwalt für die Pflegekosten zu bekommen. Die halfen uns dann auch sehr prombt und gut und um eine lange Geschichte kurz zu machen haben wir, sogar gewonnen. Das Sozialamt musste schließlich auch noch unseren Anwalt bezahlen (das hätten sie also auch billiger haben können, wenn sie nicht so stützig gewesen wären. Praktischer nebeneffekt für mich: Dank des Vereins bekomme ich sogar die Zuzahlungen für Medikamente jetzt ersetzt. So kann ich meiner Frau wenigstens ab und zu auch mal einen schönen Strauß Blumen schenken. Denn ihr lächeln, hat sie auch nach dem Schlaganfall nicht verloren.

    Hochachtungsvoll
    X. Wolf

  2. Manu sagt:

    Leider ist es bei den Pflegestufen immer so eine Sache, denn es gibt genug alte Menschen die zwar laut den Kriterien der Pflegestufen nicht genug pflegebedürftig sind, aber dennoch sehr viel Zuwendung und auch Beobachtung brauchen, denn zu lange kann man sie nicht alleine lassen, weil sie wackelig auf den Beinen, nur phasenweise vergesslich oder eben halt sich fitter glauben als sie sind.
    Zur Pflege gehört ja nicht nur füttern, waschen oder ankleiden, sondern einfach auch „da sein müssen“, schauen das Oma nicht den Herd anstellt und bügeln geht oder dass sie gebrechlich wie sie ist noch auf die leiter zu steigen und Gardinen aufzuhängen, weil sie es jetzt will und nicht warten kann bis man wieder da ist.
    Das alles wird bei der Berechnung von Pflegestufen bzw Pflegegeld nicht mit berechnet und so muss eben immer ein Angehöriger da sein oder man muss die Haushaltshilfe etc. aus eigener Taache zahlen.

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